Ausbildung

Auf dem Weg zu einer Modernisierung des Berufsbildes

Gut ausgebildete Facharbeiter sind begehrt und mancherorts schon „Mangelware“. In der Betonfertigteilindustrie und dem Betonstein- und Terrazzoherstellerhandwerk beträgt der Anteil der Auszubildenden an den Beschäftigten derzeit etwa 1,4 % (zum Vergleich: Im Bauhauptgewerbe beträgt der Anteil dagegen 5,4 %). Die Zahl der Auszubildenden reicht nicht aus, in Zukunft ausreichend Ersatz für ausscheidende Facharbeiter zu schaffen. Dazu müssten mindestens 1.500 junge Menschen pro Ausbildungsjahr eingestellt werden. Moderne Werke stehen daher nicht nur in der Konkurrenz um Kunden, sondern auch um qualifizierte Facharbeiter. Vorausschauende Unternehmen bilden deshalb selbst aus, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Natürlich setzt dies sowohl die Eignung der potentiellen Auszubildenden für diesen Beruf als auch die Attraktivität des Berufbildes für junge Menschen voraus. Deshalb wird derzeit tatkräftig an einer Modernisierung der Ausbildungsberufe
Betonfertigteilbauer/in, Betonstein- und Terrazzohersteller/inVerfahrensmechaniker/in - Fachrichtung vorgefertigte Betonerzeugnisse gearbeitet.

Denn die momentan gültige Ausbildungsverordnung und der Rahmenlehrplan stammen noch aus dem Jahr 1985. Eine Überarbeitung des Berufbildes erschien vor dem Hintergrund der rasanten technischen Neuerungen unerlässlich. Dazu setzten sich der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB) und das Berufsförderungswerk für die Beton- und Fertigteilhersteller e.V. (BBF) zusammen, um ein zukunftsfähiges Berufsbild zu entwerfen. Delegierter des BDB ist Thomas Loders, der zusammen mit der Geschäftsführerin des BBF, Gramatiki Satslidis, in 2008 eine Abfrage bei den Mitgliedsunternehmen der Fertigteilverbände zu den Anforderungen aus Unternehmersicht bezüglich einer Modernisierung des Berufsbildes startete.

Nach einem Abgleich des Rahmenlehrplans mit den bestehenden Lehrplänen der einzelnen Bundesländer und den bereits im Vorfeld gesammelten Anregungen aus dem Kreis der Unternehmen wurde beschlossen, die Neuordnung des Berufsbildes zeitnah umzusetzen. In einem nächsten Schritt werden Gespräche mit den Lehrern der zuständigen Berufsschulen sowie mit Vertretern der Gewerkschaften stattfinden. In 2012 wird voraussichtlich die Überarbeitung des Berufsbildes abgeschlossen und Eingang in die Lehrpläne gefunden haben.